Natürlich hab ich mir schon lange vor der Geburt meines Herzenskindes Gedanken ums Geschäft gemacht. Ihr Geschäft.

Ich hab relativ sensible Haut, Herzblatt auch. Wir wissen zwar nicht, wie sich die Haut unseres Kindes gestalten wird, aber so sicherheitshalber hab ich uns verschiedene Stoffwindeln besorgt.

Nur, wer hätte ahnen können, dass die Kleine so zart und schmal gebaut ist? Ausnahmslos alle Stoffwindeln waren ab Geburt zu groß. Ja, auch die zum Binden. Da war mehr Windel als Baby… Also griffen wir erst mal zu Wegwerfwindeln und ich schwöre, so schnell war die 120l-Mülltonne noch nie voll! Die wird bei uns alle 2 Wochen geleert und so manches Mal wünschte ich, die Müllabfuhr käme wöchentlich.

Immer wieder hab ich die Stoffwindeln angelegt und nun, mit 14 Wochen, 59cm und 5100g passen sie mit viel Luft.

Doch durch das ganze Querlesen im Internet bin ich auf Windelfrei gestoßen. Auf die Idee, dass es sich hierbei um Töpfchentraining/Trockenwerden handeln könnte, kam ich nicht. Zum Glück! So hab ich mir die ganzen Infos wertfrei reingezogen. Und finde das ne super Sache.

Ich denke, es geht nicht nur mir so, sondern vielen Eltern, dass sie feststellen: Macht mein Baby so, dann knatterts gleich in die Büx!

Bissle erinnert mich das an meine glutenfreie Zeit vor einigen Jahren, bevor ich zu LCHF kam. Ich merkte, der Verzicht auf Getreide tat mir gut, aber ich machte leider nicht mehr draus…

So also auch hier: Man hat eine Info vom Kind, denkt aber leider nicht weiter, warum auch immer… Vielleicht, weil ein anderes Verhalten so undenkbar erscheint.

Also… ningelt mein Baby wegen Hunger, stille ich es. Nörgelt es aus Müdigkeit, gehe ich mit ihm spazieren, weil ich weiß, dass es da am besten einschläft. Und verzieht es sein Gesichtchen, dann muss es mal und was mache ich dann?

Ihr merkt, mein Kind kommuniziert mit mir in dem Rahmen, der ihm aktuell zur Verfügung steht. Somit steht Windelfrei ganz im Zeichen von Kommunikation über Babys Bedürfnisse, nicht als Töpfchentraining.

Ich schreibe hier meine Erfahrungen und Gedanken auf.

07.Juni 2014
21.Juni 2014
05.Juli 2014
10.August 2014
24.September 2014
18.Januar 2015

 

07.Juni 2014

07.Juni 2014

Wie es dazu kam und wie ich anfing…

Auf einigen Internetseiten las ich von Windelfrei. Dort standen zwar viele Infos, aber kein “Fahrplan”, wie man nun anfängt. Also hatte ich vor ca. 3 Wochen einfach mal angefangen  :pfeif: erinnert mich nun an meinen LCHF-Start  ;)

Mal war das sogenannte Abhalten erfolgreich, mal nicht. Konkret bedeutet das: Das Waschbecken im Bad hat ne prima Höhe für mich, ich zieh das Baby untenrum aus und halte es in seiner Hocke (ab). Danach spüle ich das Geschäftle einfach weg. Und der Bonus: ich spare mir ne Menge Feuchttücher/Waschlappen, weil ich mein Baby gleich mit Wasser reinige. So kommen auch nicht unnötige Stoffe an die Haut, die in Feuchttüchern stecken. Und bei uns ist es leider nicht so praktikabel mit Wasserschüssel und Lappen.

Übrigens fand ich nirgends die Info, dass auch Mädchen im hohen Bogen pinkeln können, wenn man sie entsprechend zu liegend hält… Besser ist es, sie so zu halten, als würden sie sitzen. Aber bitte wirklich im Arm halten, denn z.B. meine Tochter kann und soll mit ihren 14 Wochen noch nicht sitzen.

Statt das Baby über ein Waschbecken zu halten, kann man es auch über eine Schüssel halten. Es gibt sogenannte Asia-Töpfe. Jo, die werden wohl aus Asien stammen, denn dort ist es normal, dass die Kinder ohne Windel aufwachsen.

Bevor ich noch weiter abschweife, zurück zu unseren Anfängen…

Ich fand sogar Windelfrei-Kurse! Und klar, da gehen wir hin!   :muahaha:   :woohoo:

Die herzerfrischende Heide aus Tübingen hielt einen kleinen, feinen Kurs ab. Ich war von der Sache eh schon überzeugt, Herzblatt fands interessant, aber mehr auch nicht. Aber er macht ja immer erst mal alle Spleens von mir mit  :-D Doch nach Heides Kurs war er auch richtig begeistert! An dieser Stelle: Danke liebe Heide! Seither feiern wir so viele Abhalte-Erfolge, dass sich Wäsche und Müllbeutel schon sichtbar reduzierten!

Aktuell klappts am sichersten morgens nach dem Wachwerden und nach Spaziergängen. Immer wieder nach dem Stillen und auch ab und zu als Einführung eines Rituals vor dem Spazierengehen. Und wir haben uns so ein Asiatöpfchen zugelegt, aber das war noch nicht erfolgreich…

Nun ist es bei uns so, dass wir einige Schritte vom Bad ins Kinderzimmer haben. Damit da keine Panne passiert, habe ich bisher ein Kosmetiktuch unter den Popo geklemmt. Das habe ich wieder abgeschafft und nehme nun Waschlappen. Hat sich bewährt: Wenn der Genitalbereich abgewaschen ist (ohne Waschlappen), dann nehme ich einen trockenen als Minihandtüchle. Habe heute ein Duschtuch in ca. 50 Waschlappen verwandelt.

Und das Schönste: Als mein Tochterkind durch vermehrte Wiederholungen der selben Situation merkte, was hier passiert, da hatte sie einen richtig entspannten Gesichtsausdruck aufgesetzt nach ihrem Geschäftle.. blickte mich an, als ob sie sagen wollte: Schön Mama, dass du das nun auch kapiert hast  ;)

Und: Da sie weiß, dass es morgens nachm Wachwerden nicht lange dauert, bis wir ins Bad gehen, hält sie tatsächlich besser ein! Zuerst wars schon so, ich zog die Windel runter und Baby war schon mitten im Pinkeln… Nun ist das nicht mehr so. Nun muss ich nur noch rausfinden, wie lange ich auf ihr Geschäftle warten soll…

 

21.Juni 2014

21.Juni 2014

Hm. Hmm… also… ich weiß nicht. Ob es gerade an mir liegt oder an was anderem…

Derzeit ist es so, dass Tochterkind morgens aufwacht und flott weint. Ab ins Bad und abhalten funktioniert grad nicht so zuverlässig. Vielleicht hat sie schon in die Windel gemacht und deshalb angefangen zu weinen? Vielleicht muss sie dringend und Muttern kommt zu langsam in die Pötte? Vielleicht ist es aber auch ganz anders?

Keine Ahnung. Derzeit klappt das Abhalten nur mäßig zuverlässig. Aber, Heide hatte das in ihrem Kurs schon erwähnt. Irgendwann können die Babys mehr, sind interessierter an ihrer Umwelt und dann sind die bisherigen Klozeichen nicht mehr da oder viel weniger geworden. Vermutlich sind wir ungefähr an diesem Punkt. Meine Kleine nimmt so viel Neues auf, dass ich sie manchmal von einem Moment auf den anderen von Reizen abschirmen muss.

Aber juut, machen wir einfach weiter. Ich biete es ihr an nach dem Schlafen, Stillen, Spazieren und Spielen. Vor allem dann, wenn ich keine Klozeichen bemerke. Mit Stoffwindeln bin ich ganz gut bestückt, aber echt jetzt! Das Kind ist so schmal, dass die Windeln glatt als Hüftspreizanlage durchgehen. Und damit hat sie auch viel weniger Bewegungsfreiheit. Benutze die Teile also z.B. beim Mittagsschlaf…

05.Juli 2014

05.Juli 2014

Eigentlich wollte ich mich beschweren, dass es seit dem letzten Eintrag noch schlechter geworden ist mit Windelfrei. Und eigentlich wollte ich das gestern schon tun.

Doch dann hat gestern mein Tochterkind nach 3 Tagen endlich wieder geschietert! Mei, ich wußte ja, dass man als neugeborene Mutter (Danke für diesen Begriff, Frau von Kürthy (und erst recht für das Buch)) durchaus berechtigtes Interesse für die Ausscheidungen des neuen Mitbewohners hat. Doch dass 3 Tage ohne Schiet einem Sorgen bereiten und dass plötzlich der ganze Tag gerettet ist, noch bevor er angefangen hat, nur weil man ein fröhlich ins Wachbecken kackendes Baby vor sich hält…. Doch, doch, das finde ich… auf gewisse Art bedenklich   :harhar:

Übrigens, falls sich jemand angewidert fühlt, weil das Baby ins Wachbecken macht: Da befindet sich ein Wasserhahn zum Wegspülen und in der Tat, das große Geschäftle eines Babys ist nicht mit dem eines Erwachsenen zu vergleichen. Zudem enthält unser Haushalt Putzlappen und Reinigungsmittel und für den Fall des Falles auch noch einen hauseigenen Desinfektor, seines Zeichens Papa.

Tjo. Also immerhin das große Geschäft klappt nun wieder beim Abhalten. Ich bleib locker dabei. Und hoffe, dass mein Baby vielleicht neue Zeichen gibt. Denn die Haut ist dank Feuchtigkeit wieder gaaaanz wenig gerötet (aus Fliege einen Elefanten zauber…).

 

10.August 2014

Hach, mein Kind wird groß… und dabei ist sie erst 5,5 Monate frisch. Somit hat sie schon eine beachtliche Entwicklung gemacht. Derzeit findet sie alles toll, was sich bewegt. Auch die Mama oder den Papa im Spiegel, die mit fröhlichster Miene zum Pipimachen oder schietern auffordern.

Aktuell landet das Allerwenigste im Waschbeckenklo. Aber ok, wir freuen uns über jedes bissle und ich hoffe, durch dieses wiederkehrende Anbieten bleibt Aminas Bewußtsein fürs “Müssen” und Erleichtern erhalten. Habe schon von vielen Windelfreieltern gelesen/gehört, dass dann das Sauberwerden recht leicht war. Klar, hoffe ich doch für meine Süße auch   :yo:

Schön, dass ich scheinbar auch meinen Bruder ein wenig dafür interessieren konnte. Mein Neffe ist grad 3 Jahre jung geworden und hats noch nicht so mit dem Töpfchen und sich melden. Nun fasste sich der Zwerg zwischendurch mal in den Schritt und ich sagte, ich würde ihm jetzt den Topf nun einfach anbieten. Der Kleine lehnte ab, freute sich aber, dass die zwickende Windel zurecht gefummelt wurde.

O doch, der kleine Mann spricht. Aber hauptsächlich in der wortwörtlichen Muttersprache. Vietnamesisch. Das wird sich bestimmt bald ändern, da der Kindergarten nun ruft  :blink:

Übrigens, und das zählt genau so zum Punkt Tragen: Mein Tochterkind macht sehr selten bis gar nicht in die Windel, wenn sie getragen wird. Da könnte man meinen, sie macht halt, wenn wir es ihr direkt nachm Tragen anbieten. Wir haben ja so ein ganz klein wenig einen Zeitplan. Sie hält also ein Schläfchen beim Tragen. Wird dann wach, weil ich ja rechtzeitig wieder daheim ankomme und beim Auspacken aus dem Tuch pieschert sie los. Also so schnell bin ich nicht mit ihr aufm Klo! Und es funktioniert auch nicht, wenn ich früher daheim bin, da sie ja durch den Lagewechsel aufwacht…

 

24.September 2014

24.September 2014

Wir waren eine Woche im Urlaub mit richtig viel Laufen. Abhalten haben wir nur in der Ferienwohnung angeboten und zu unserer Überraschung kam immer wieder mal was  :woohoo: Ansonsten sass sie viel im Tragetuch bzw. in der Manduca. Und Cuxhaven ist echt familienfreundlich mit kostenlosen öffentlichen WCs und in jedem Damenklo ein klappbarer Wickeltisch. Sogar in ganz vielen Bistros und Restaurants fanden wir die. Nur noch eines: Jaaa, auch die Papas wickeln…  :mrgreen:  Herzblatt kam dann halt mit aufs Damenklo und ich konnte selbst mal in Ruhe… nech  :yo:  Aber ok, muss ja nicht noch in jedem Herrenklo ein Wickeltisch aufgebaut werden.

Ach ja, selbst das Schiff nach Helgoland hat uns eine Wickelmöglichkeit im Sanitätsraum gezeigt!

Aktuell kann ich leider nur über Zufallstreffer berichten…  Nunja, die Welt ist aber auch so spannend, da hat Baby einfach keine Zeit, sich auch noch zu melden, wenn sie muss.  :pfeif:  Daher haben wir also wieder mehr mit Windeln zu tun, mal Stoff, mal Weggehwindeln.

18.Januar 2015

18.Januar 2015

Baby ist inzwischen fast 11 Monate jung. Sie krabbelt fröhlich umher, haut sich ab und zu diverse Körperteile an und gebärdet hin und wieder, dass sie mal muss!
Wir haben ja recht früh mit allerlei Gebärden angefangen, eben auch eine für die Toilette.
Wir, also Baby und ich, saßen beim Essen, noch nicht recht angefangen, da hebt sie einen Arm und machte eine Bewegung und guckte mich erwartungsvoll an.
Ich fragte sie, ob sie wohl mal zur Toilette müsse und ob sie mir das nun gezeigt hatte. So schnappte ich sie einfach mal und im Asia-Töpfchen beantwortete sie meine Frage sehr deutlich!
So läufts grad. Manchmal setzt sie die Gebärde ein, aber ansonsten funktioniert Abhalten nach bestimmten Aktivitäten am besten. Aber auch nur, wenn Frollein nicht gerade im Schub steckt. Da geht gar nix. Weder Abhalten noch Gebärden. Da ist dann alles andere wichtiger für sie (und nerviger für mich). Nach einigen Wochen sind diese Schübe zum Glück wieder vorbei und dann klappt der Toilettengang wieder super.
Ich bin sehr gespannt, ob sie die Gebärde, die sie vor wenigen Tagen nun eingesetzt hat, nach dem Entwicklungsschub weiterhin einsetzt. Noch sind wir drin…